Gesellschaft für Freundschaft Petrosawodsk-Tübingen

Bemerkenswerte Gäste des Museums und Ausstellungszentrums „Welt der Sprachen und Kulturen“

Das Museums- und Ausstellungszentrum des Instituts für Fremdsprachen öffnete im November 2025 seine Türen für den Besuch der Ausstellung „FLA/IFL 1965–2025“, die dem 60. Jahrestag der fremdsprachlichen Bildung in Karelien, dem 85. Jahrestag der Staatlichen Universität Petrosawodsk (PetrGU) sowie dem 80. Jahrestag des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg gewidmet war.

Die Geschichte der PetrGU ist untrennbar mit der Geschichte der ersten karelischen Hochschuleinrichtung — des Staatlichen Pädagogischen Instituts (KGPI) — verbunden. Das Institut, an dem künftige karelische Lehrkräfte studierten, wurde 1931 gegründet. Die Staatliche Universität Petrosawodsk wurde am 1. September 1940 auf der Grundlage des KGPI eröffnet. Im Februar 2013 wurde die Karelische Staatliche Pädagogische Akademie (früher KGPI) durch Eingliederung in die Staatliche Universität Petrosawodsk reorganisiert. Daher gelten die Veteranen der KGPA/KGPI auch als Veteranen der PetrGU.

Die Fotoausstellung „FLA/IFL 1965–2025“ umfasst mehrere Abschnitte: die Geschichte der Fakultät, das studentische Leben und die internationale Tätigkeit. Einen wichtigen Platz nimmt das familiäre Archivmaterial der Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges ein — der Lehrkräfte und Studierenden der FLA (Fakultät für Fremdsprachen). Ein separater, vom Lehrstuhl für deutsche und französische Sprachen vorbereiteter Aufsatz ist der Biografie von Sergei Wladimirowitsch Klodt gewidmet.

Sergei Wladimirowitsch Klodt — Pilot, Pädagoge, Dolmetscher und Enthusiast

Sergei Wladimirowitsch wurde am 24. März 1923 in Nikolajew (Ukraine) geboren. Im Jahr 1937 wurde sein Vater repressiert und die Familie verbannt. Als Teilnehmer des Großen Vaterländischen Krieges diente er als Jagdflieger an der Südfront.

Nach dem Abschluss seines Studiums am Leningrader Institut für Körperkultur namens Lesgaft widmete Sergei Wladimirowitsch viele Jahre der Entwicklung des karelischen Sports: Er wurde Trainer, Lehrkraft am Lehrstuhl für Körpererziehung und am Lehrstuhl für theoretische Grundlagen der Körpererziehung an der KGPU und verdienter Mitarbeiter für Körperkultur der Republik Karelien.

In den 1990er Jahren war S.W. Klodt Mitglied der Freundschaftsgesellschaft „Karelien — Deutschland“ und ständiger Dolmetscher bei den Treffen der Partnerstädte Petrosawodsk und Tübingen. Er hatte viele Hobbys: Fotografie, Videofilmen, Fremdsprachen und Amateurfunk.

Foto aus dem Archiv von B. Semjonow. S.W. Klodt — Amateurfilmregisseur, Mitglied des Amateurfilmklubs „Karelien“.
Foto aus dem Archiv von B. Semjonow. S.W. Klodt — Amateurfilmregisseur, Mitglied des Amateurfilmklubs „Karelien“.

Mithilfe von Funktechnik stellte S.W. Klodt während des Transports humanitärer Hilfe eine Verbindung nach Tübingen her. Dank seiner Übersetzungstätigkeit erweiterte er seine Kenntnisse über Verwandte in Russland und Deutschland mit dem Nachnamen Klodt erheblich und lernte entfernte Verwandte kennen.

Ehrengäste der Ausstellung waren die Tochter und die Enkelin von Sergei Wladimirowitsch — Maria und Polina Klodt. Maria Sergejewna ist Trainerin für rhythmische Sportgymnastik und Kandidatin für den Meistertitel im Sport.

Foto aus dem Familienarchiv von D. Klodt. 7. Januar 1997, Weihnachten, Geburtstag der Enkelinnen Polina und Dascha.
Foto aus dem Familienarchiv von D. Klodt. 7. Januar 1997, Weihnachten, Geburtstag der Enkelinnen Polina und Dascha.

Die Enkelin des Dolmetschers, Darja Klodt, studierte an der Fakultät für Fremdsprachen der KGPU, setzte ihr Studium an der Universität Dresden fort, lebte und arbeitete lange Zeit in Deutschland und lebt und arbeitet jetzt in Sankt Petersburg.

Die Angehörigen erinnern sich, dass Sergei Wladimirowitsch seine Deutschkenntnisse selbstständig aufrechterhielt und frei verstehen und sich auf Deutsch verständigen konnte. Im Haus lagen immer Stapel von Deutschlehrbüchern, und Dank ihres Großvaters lernte Dascha mühelos Deutsch und war in die Sprachumgebung eingetaucht.

Besuch der Ausstellung

M.S. Klodt und E.A. Jakowlewa bei einer Führung im MEZ des IF (Museums- und Ausstellungszentrum des Instituts für Fremdsprachen)
M.S. Klodt und E.A. Jakowlewa bei einer Führung im MEZ des IF (Museums- und Ausstellungszentrum des Instituts für Fremdsprachen)

Die Tochter und die Enkelinnen dankten dem Institut für Fremdsprachen und dem Museums- und Ausstellungszentrum des Instituts für Fremdsprachen „Die Welt der Sprachen und Kulturen“ für die Bewahrung des Gedenkens an frühere Generationen und für die Möglichkeit, in Erinnerungen an die Studienjahre an der Hochschule einzutauchen.


Autorin: Dozentin am Lehrstuhl für deutsche und französische Sprachen des Instituts für Fremdsprachen, Kuratorin des Museums- und Ausstellungszentrums des Instituts für Fremdsprachen, Jakowlewa E.A.

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Die Geschichte der Entwicklung der Städtepartnerschaft zwischen Petrosawodsk und Tübingen und die Aktivitäten der Vorsitzenden der West-Ost-Gesellschaft, Lilija Künstle

Dieser Artikel behandelt die Entstehung und Entwicklung der Städtepartnerschaft zwischen Petrosawodsk und Tübingen und untersucht die Rolle der Fremdsprachenfakultät sowie die Aktivitäten von Lilija Petrowna Buchlajewa (Künstle), Sekretärin des Dekanats der Fremdsprachenfakultät und spätere Vorsitzende der West-Ost-Freundschaftsgesellschaft in Tübingen. Der Artikel enthält allgemeine Informationen und Erinnerungen an Veranstaltungen, die Lilija Künstle zur Pflege der freundschaftlichen Beziehungen zwischen unseren Städten organisierte, sowie Einblicke in ihre herausragende Persönlichkeit.
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